Das undeutliche Bild von dem antiken Rhodos, das man sich mit Hilfe der Quellen und durch eine einfache Aufzählung der Kunstwerke bilden kann, die es einst schmückten, wurde durch die Ausgrabungsarbeiten wesentlich erhellt, die in den letzten Jahren von der Griechischen Archäologischen Gesellschaft und vorher von den Italienern vorgenommen wurden. Die schönen Gebäude, öffentliche und private, die einst die Stadt zierten, sind mit allen ihren Kunstwerken verlorengegangen. Zumindest hat es sich aber als möglich erwiesen, die genaue Lage eines Teiles von ihnen festzustellen, ferner den Umfang der Stadt wie auch ihren Raumplan. Eine Stadt, die seit 2500 Jahren ununterbrochen bewohnt ist und die in diesem Zeitraum die Schrecken der Naturgewalten (Erdbeben, Überschwemmungen) sowie sich ablösende große Heimsuchungen in Gestalt von Belagerungen und Plünderungen erleben mußte, bietet der archäologischen Forschung große Schwierigkeiten. Die Funde bestehen aus nichts anderem als aus Fundamenten von Gebäuden, die schwierig zu identifizieren sind, Teilen von Mauern oder antikem Baumaterial in chronologisch späterer Verwendung. Nur sporadisch finden sich Mosaikfußböden sowie Skulpturen, die ebenfalls als Baumaterial verwendet wurden. Die Informationslücken der Funde werden durch die Informationen der antiken Schriftsteller und deren Bestätigung ausgefüllt.
